mumlade

Freitag, 12. Oktober 2018 - 06:39 Uhr
Es brodelt.


Im Grunde genommen bin ich ein gut gestimmter, positiver und lebensbejahender Mensch.
Zunehmend wächst aber eine Sorge in mir, die meint, es wäre genug und an der Zeit, etwas zu unternehmen.
Wut sucht sich ihren Weg, Ärger breitet sich aus und ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Der Weltklimarat meint, wir würden vor dem Abgrund stehen, das geophysikalische Gefüge kippen und die Erderwärmung schneller, als bisher angenommen, erfolgen.
Dennoch scheint sich weder die Autoindustrie dafür zu interessieren, noch der Einzelne 'alleinfahrende' Autonutzer, Konsument oder Gast der Erde. Statt auf erneuerbare Energien, Fahrgemeinschaften oder sonstige in vielfältiger Form bestehenden Alternativen, sei es im kleinsten privaten Gebrauch oder in jedem Industriezweig, zu setzen, schläft die Menschheit in der Pendeluhr, die unaufhörlich tickt und mittlerweile unübersehbare globale Veränderungen mit sich bringt.

Viele Bereiche geraten aus den Fugen, Umweltkatastrophen begleiten uns über die mediale Verbreitung täglich, und dennoch scheint sich grundlegend nichts zu verändern. Die "Kleinen" sagen, die "Großen" sind schuld und umgekehrt. Das kann es nicht sein!

Aufwachen und einfach tun. Statt Jammern und Kopfschütteln einfach etwas dagegen tun. Ich denke, das kleinste Mitmachen kann mittlerweile viel bewegen. Muss erst wirklich alles zerstört sein, bis wir realisieren, dass es unser Daheim ist, das wir kaputt machen?

Montag, 8. Oktober 2018 - 06:48 Uhr
Mitternächte der Seele


Dank eines lieben Herzensmenschen lese ich ein großartiges Buch von Irvin D.Yalom, einem Psychotherapeut, Psychiater und Schriftsteller, emeritierter Professor für Psychiatrie an der Universität Stanford und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Bücher und Romane.

"Und Nietzsche weinte" zeigt, daß Psychotherapie in den Händen eines großartigen Autors den Stoff für die besten Geschichten liefern kann.

Im ersten Gespräch von Dr. Breuer und Nietzsche versucht Breuer der Verzweiflung Nietzsches auf den Grund zu gehen und erfragt der Melancholie Umfang und Auslöser.

Nietzsche darauf hin: "Ich kenne wohl Mitternächte der Seele. Wer tut das nicht? Aber ich werde nicht ihre Beute. Sie gehören nicht zu meinen körperlichen Nöten, sondern zu meinem Wesen. Sagen wir: Ich habe den Mut zu ihnen."

Irvin D. Yalom "Und Nietzsche weinte" Verlag btb - LESENSWERT

Mittwoch, 3. Oktober 2018 - 06:24 Uhr
's Herbsteln


Für mich ist der Herbst die anspruchsvollste Zeit, der Abschnitt des Jahres, der mit einer Rückschau, dem Abschließen von Begonnenem und viel Loslassen verbunden ist.

Ähnlich wie die Natur ihre Blätter fallen lässt, versuche ich Dinge, die einfach nicht klappen wollen, Projekte, die zwar begonnen, aber holprig ihren Verlauf nehmen oder Verbindungen zu Menschen, die einfach nicht sein sollen, los zulassen.

Manchmal beweine ich trauernd diese endgültige Trennung, freue mich aber gleichermaßen über die Erleichterung, die damit verbunden ist. Wie oft versuchen wir Freundschaften oder Verbindungen aufrecht zu erhalten und erkennen im Verlauf, dass nur wir es waren, die sich gekümmert und versucht haben.

Loslassen tut weh, aber macht Platz für Neues und ermöglicht eine Klarheit, wie der Spätherbst und Winter mit seiner Nacktheit in der Natur präsentiert.

Freitag, 21. September 2018 - 08:05 Uhr
Rückzug

Manchmal, wenn uns etwas traurig macht, wenn wir angegriffen werden oder uns Substanz durch Energieraub verloren geht, ist es gut, wenn wir uns zurück ziehen oder aus einem Thema heraus nehmen.

Wir neigen dazu uns Themen anderer, vor allem bei Menschen, die uns am Herzen liegen, aufzubürden und mit dem Ansatz helfen zu wollen, völlig im Außen verlieren. Oft gehen uns dabei die Inhalte gar nichts an oder sind vergangenheitsbezogen lange vorüber und doch ist man involviert und kämpft mit Abgrenzung und dem Bei-sich-selbst-bleiben.

Da hilft oft ein Ausstieg oder ein bewusster Rückzug.
Sich selbst wieder wahr nehmen, seinen Bedürfnissen zuhören, seine gewohnten Emotionen wieder leben, Positives und Einfaches zulassen und simpel, vorwurfsfrei und bedingungslos einfach sein dürfen.

Bild "David Bowie" von www.joart.at

Montag, 17. September 2018 - 06:57 Uhr
Lebensschritte

...geht man gern zusammen mit anderen...

Ich mag Menschen, die echt sind, die Freude am Moment erleben, in kleinen Dingen das Besondere sehen, die Magie im Austausch auf Augenhöhe erreichen oder einfach mit Herz lebendig einen Augenblick genießen können.

So liebe Menschen feierten mit mir die ersten Schritte im neuen Lebensjahr, ermöglichten Freude und Genuss auf allen Ebenen und ließen mich einfach sein. Wahre Geschenke und dafür bin ich unendlich dankbar.

Meine Kinder sind nun groß, im Leben angekommen, selbständig und dadurch eröffnen sich mir neue Perspektiven und freie Zeitkapazitäten. Auch Loslassen darf man feiern, ebenso wie Neubeginn oder ein Ankommen.

In diesem Sinn, auf zu neuen Abenteuern, zu leeren Seiten im Buch des Lebens und zum neugierigen Offenbleiben für alles was da noch kommt. Danke liebes Leben.

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